BACK


Ausgestellte Arbeit, 2014







Roman Ehrlich: Ausgestellte Arbeit
Sprecher: Roman Ehrlich
Technik: Ella Zwietnig
Berlin 2015


Aus: Die Tage sind lang, die Nächte kalt (The days are long, the nights are cold)
mit Texten von Jan Brandt, Roman Ehrlich, Hanna Lemke,
Nils Markwardt und Dominikus Müller

19 x 12,5 cm
Englisch/Deutsch
224 Seiten
EUR 19,80
ISBN: 978-3-942700-61-0
www.argobooks.de

ROMAN EHRLICH: AUSGESTELLTE ARBEIT (PDF 3,7 MB) (deutsch)
ROMAN EHRLICH: WORK ON DISPLAY (PDF 3,7 MB) (english)


© Lena Inken Schaefer, Roman Ehrlich





Ausgestellte Arbeit, Heidelberger Kunstverein, 2015



Ausgestellte Arbeit, Heidelberger Kunstverein, 2015






Ausgestellte Arbeit, Heidelberger Kunstverein, 2015
Fotos: Eva Gentner

Foyer: ›Ausgestellte Arbeit‹
Lena Inken Schaefer

Lena Inken Schaefers Ausstellung im Foyer beschreibt einen würdevollen Akt der Transformation:
Vier Vitrinen präsentieren Objekte ihrer eigenen ›Spezies‹. ›Ausgestellte Arbeit‹ widmet sich der
Geschichte einer einzelnen Vitrine, allerdings ist diese Geschichte der Vitrine nicht dokumentarisch
aufgearbeitet, sondern physisch in ihre Einzelteile zerlegt. Das Objekt Schau-kasten, das qua seiner
Bestimmung andere auserwählte Objekte im besten Fall zum Sprechen bringen soll, ist durch Lena
Inken Schaefer vom aufbewahrenden Objekt zum kommunizierenden Subjekt transformiert worden.
Die Messingprofile, die die Glasscheiben der Museumsvitrine umrahmten und zusammenhielten,
wurden mit einer Metallsäge scheibchenweise in gleich große Stücke zersägt und anschließend neu
angeordnet. Durch den Akt des Zerlegens ist ein flexibles, geradezu mimetisches Werk entstanden,
das in der Lage ist, sich an seine äußere Umgebung anzupassen. Der Autor Roman Ehrlich formuliert
in seinem Katalogbeitrag ›Ausgestellte Arbeit‹ (in: Lena Inken Schaefer: ›Die Tage sind lang, die
Nächte kalt‹, Berlin 2015, S. 119) den Gedanken, dass die Dekonstruktion des Schaukastens wie der
Rückbau menschlichen Schaffens wirkt. Die komplexe Struktur der Objektwelt wird schrittweise
in den rechten Winkel rückgeführt, der in seinen neuen Kontexten sofort wieder an die Arbeit der
Selbstausdehnung des Menschen in das Artefakt erinnert: an Nähmuster, Parkettböden, Reifenprofile,
Ketten, Gürtel, aber auch an Stellvertreter der überflüssigen Arbeit: Labyrinthe, die vom Menschen
geschaffen sind, um sich darin der eigenen Orientierungsfähigkeit und Problemlösungskompetenz
gewahr zu werden. ›Ausgestellte Arbeit‹ wird zum universellen Ornament – zu einer Arbeit, deren
Struktur an Textiles erinnert, an Handwerk, daran, dass das, was wir in Vitrinen vorfinden, klassifiziert
wurde und je nach Kontext Wertigkeit erlangt. Eine geometrische Struktur, die über ihre Struktur hinaus
über gesellschaftliche Strukturen spricht. (Susanne Weiß)

























Labyrinth, 2014
Exhibition view Gleishalle am Güterbahnhof, Bremen
Brass, multiple elements, 83 x 167 cm














Work on Display 1-5, 2014